Familienalbum
In ihrem neuen Projekt werden sich She She Pop endlich mit dem monströsen Thema Familie konfrontieren.
Lebensentwurf und Erblast, Klotz am Bein und letzte Bastion gegen die neoliberale Einsamkeit – die Familie ist etwas, woraus wir uns ständig befreien müssen, um gleich wieder danach zu suchen. Das Medium, in dem die Kleinfamilie ebenso dreist wie erfolgreich und unablässig für sich wirbt, ist das gemeine Gruppenfoto. Furchtlos schlagen die PerformerInnen das persönliche wie kulturgeschichtliche Familienalbum auf und stellen fest: Die Bilder lügen nicht! Sie stellen uns bloß. Und graben sich dabei in unsere innersten Bildarchive über die Welt und wie sie funktioniert. Als AutorInnen, FotografInnen und Familienmitglieder wollen sich She She Pop dagegen ästhetisch zur Wehr setzen, das Szenario neu beschreiben und alles, was war, leugnen.
Die ZuschauerInnen werden zu einer großen Familienzusammenkunft geladen, auf der Fotos gemacht, Fotos gezeigt, Fotos interpretiert werden. Alle anwesenden und abgebildeten Personen gehören zusammen zu der familiären Zwangsgemeinschaft dieses Abends. Alle erkennen sich im Gruppenbild wieder, stellen überraschende Ähnlichkeiten fest und glauben das, was die Bilder erzählen. Eingelullt und verführt werden sie dabei von den süßen Klängen einer fast vergessenen Hausmusik an deren Text man sich entfernt erinnert, deren Worte einem immer schon auf der Zunge liegen. Familienalbum ist eine Mischung aus Familienfeier und performativer Foto-Session, ein hoffnungsfroher Abgesang auf die neurotische Brutstätte unserer Gesellschaft.
Termine
Premiere: 8. März 2008, HAU 2 Berlin
März 2008, HAU 2 Berlin
Juni 2008, FFT Düsseldorf
Credits
Konzept: She She Pop.
Mit Sebastian Bark, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Ilia Papatheodorou, Berit Stumpf.
Produktionsleitung: Elke Weber. Produktionsassistenz: Sarah Bonnert. Technik: Sebastian Rietz. Musik: Vicki Schmatolla und SSP. Video: Bianca Schemel und SSP. Kostümassistenz: Keren Korman. Bewegungsberatung: Nir de Volff.
Familienalbum ist eine Koproduktion mit dem Hebbel am Ufer, Berlin und dem FFT Düsseldorf.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Pressestimmen
She She Pop beleuchtet Verheißungen und Abgründe der Terrorzelle Familie
Dass der Abend von She She Pop ... insgesamt gelungen ist, merkt man daran, dass er sich in seiner Schwebe zwischen halb offiziösem, halb herzlichem Zusammensein anfühlt wie das, was er beschreibt. Auch Familienfeste sind zwischendrin öde, unbequem, und vor allem: unter ständiger Beobachtung aller durch alle. She She Pop zeigen das, indem sie eine Zwangsgemeinschaft (die Theaterbesucher) nehmen und sie eine andere spielen lassen (die Familie).
Lena Schneider, Nachtkritik, 10. März 2008
Bilder
- Heimatmuseum
- Familienalbum
- Lagerfeuer
- Für alle
- Peer Gynt, 2. Akt, 3. Szene: Drei Sennerinnen
- Homestory
- Bad
- Rules
- 1/10 Reigen
- Abenteuer Schwingung
- Feld der Verklärung
- Maze 1.0 Die Shichifukujin und Maze 1.1 Wahrheit und Vergessen
- She She Pop: En Vogue
- She She Pop: Live!
- Trust!
- Schlammbeißers Reisen
- Things that I used to do (I ain`t gonna do them no more)
- Negamorphosen (Eine Abend in schwarz/weiss)
- Sesam, Sex und Salmonellen (1969 - 89)





