Familienalbum

In diesem Projekt konfrontieren sich She She Pop endlich mit dem monströsen Thema Familie. Lebensentwurf und Erblast, Klotz am Bein und letzte Bastion gegen die neoliberale Einsamkeit – die Familie ist etwas, woraus wir uns ständig befreien müssen, um gleich wieder danach zu suchen.
Das Medium, in dem die Kleinfamilie ebenso dreist wie erfolgreich und unablässig für sich wirbt, ist das gemeine Gruppenfoto. Furchtlos schlagen die PerformerInnen das persönliche und kulturgeschichtliche Familienalbum auf und stellen fest: die Bilder lügen nicht! Sie stellen uns bloß. Und graben sich dabei in unsere innersten Bildarchive über die Welt und wie sie funktioniert. Als AutorInnen, FotografInnen und Familienmitglieder wollen sich She She Pop dagegen ästhetisch zur Wehr setzen, das Szenario neu beschreiben und alles, was war, leugnen.
Familienalbum ist eine Mischung aus Familienfeier und performativer Foto-Session, ein verzweifeltes Bekenntnis zu der neurotische Brutstätte unserer Gesellschaft, und ein Abgesang auf alle Verwandtschaft zu den süßen Klängen Hausmusik, an deren Melodien man sich entfernt erinnert, deren Worte einem immer schon auf der Zunge liegen.

Termine

Premiere: 8. März 2008
Weitere Aufführungen: 9. ,10. und 13. bis 15. März 2008
HAU 2, Berlin

19., 20. und 21. Juni 2008
FFT Düsseldorf

Credits

Konzept: She She Pop.
Mit Sebastian Bark, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Ilia Papatheodorou, Berit Stumpf.
Produktionsleitung: Elke Weber. Produktionsassistenz: Sarah Bonnert. Technik: Sebastian Rietz. Musik: Vicki Schmatolla und SSP. Video: Bianca Schemel und SSP. Kostümassistenz: Keren Korman. Bewegungsberatung: Nir de Volff.

Familienalbum ist eine Koproduktion mit dem Hebbel am Ufer, Berlin und dem FFT Düsseldorf.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Pressestimmen

She She Pop beleuchtet Verheißungen und Abgründe der Terrorzelle Familie

Dass der Abend von She She Pop ... insgesamt gelungen ist, merkt man daran, dass er sich in seiner Schwebe zwischen halb offiziösem, halb herzlichem Zusammensein anfühlt wie das, was er beschreibt. Auch Familienfeste sind zwischendrin öde, unbequem, und vor allem: unter ständiger Beobachtung aller durch alle. She She Pop zeigen das, indem sie eine Zwangsgemeinschaft (die Theaterbesucher) nehmen und sie eine andere spielen lassen (die Familie).
Lena Schneider, Nachtkritik, 10. März 2008

Bilder